ALLGEMEIN

22 Sep, 2017

Allgemeine Themen von Mike Egger

«Giorgio, mach uns glücklich!»

«Giorgio, mach uns glücklich!»

Nach fünf Niederlagen in Folge handelte der FC St. Gallen. Giorgio Contini übernimmt per sofort. Die Fans sind zuversichtlich.

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Giorgio Contini übernimmt am Donnerstag, 4. Mai 2017, per sofort das Amt als neuer Cheftrainer des FC St. Gallen.

 

 
 

 

 
 
 

Es bestand offenbar dringender Handlungsbedarf beim FC St. Gallen, der zuletzt fünf Mal hintereinander verlor. Am Donnerstagmittag präsentierte der Vorstand des FC St. Gallen Giorgio Contini als Nachfolger von Joe Zinnbauer. Für Contini ist es wie eine Rückkehr, gehörte er doch im Meisterjahr 2000 zum Team des FC St. Gallen. Zuletzt war er Trainer beim FC Vaduz. Im März 2017 wurde sein Vertrag allerdings aufgelöst.

 
Umfrage
Wird der FC St. Gallen unter Giorgio Contini wieder punkten?
 

 

58 %

 

19 %

 

10 %

 

7 %

 

6 %

Insgesamt 489 Teilnehmer

 

«Giorgio wird es richten»

Im FCSG-Forum wurde bereits rege über den neuen Trainer diskutiert. «Unsere 9 ist zurück!», schreibt etwa User frauenzimmer1879 und postet darunter eine Autogrammkarte von Contini zu Spielerzeiten. Damals trug er die Rückennummer 9. Der User rechnet dann auch gleich vor: 4.5., das Datum, an dem Contini als neuer Trainer verkündet wird. 4 + 5 = 9, wie seine Rückennummer. Es musste also so kommen. Ein weiterer User Superduker kommentiert: «Grazie Giorgio und Danke Dölf für die Notbremse. Sympathisch ist die Zürischnurre alleweil. Mach uns glücklich!» Unter seinen Worten ist die frisch gekaufte Saisonkarte für die Saison 17/18 abgebildet. Auch User Ben King ist mit dem neuen Trainer zufrieden. «Jawohl. Giorgio wird es richten. Er war schon immer ein Kämpfer und kann sein Personal motivieren.»

Doch längst nicht alle User freuen sich auf Contini als neuen Trainer. «Ich hoffe im Sommer gehst du... nicht nur in die Sommerferien», schreibt beispielsweise User Julio Grande. Gandalf fügt scherzhaft hinzu: «Joe Zinnbauer hat den besseren Punkteschnitt als Contini als FCSG-Trainer.» Contini übernahm das Team im März 2011 interimsmässig für ein Spiel, das allerdings 0:2 gegen den FC Sion verloren ging.

Vaduz-Fluch soll unter Contini gebrochen werden

Beat Haueter, Aktuar des Fanclubs Super Green, begrüsst den Trainerwechsel. «Ich fand, dass eine Änderung nötig ist», so Haueter. «Ich traue Contini zu, dass er der Mannschaft wieder zu mehr Leidenschaft verhelfen kann.» Das Wichtigste sei nun, dass die nötigen Punkte geholt werden. Auch etwas mehr Konstanz wäre für Haueter erstrebenswert, und er deutet auch auf ein weiteres Problem hin. «Wir schiessen zu wenig Tore, da muss sich was ändern», sagt er. «Contini war Stürmer, er weiss wo das Tor steht. Vielleicht lässt er nun etwas offensiver spielen.»

Der SVP-Kantonsrat und treue FCSG-Fan Mike Egger fand es richtig, einen Schnitt zu machen. «Ich fand Zinnbauer zwar nie schlecht, aber er fand nie die nötigen Mittel zum Erfolg», so Egger. Contini habe vom Typ her das Zeug, um mit dem Team wieder zu punkten. Es liege nun aber auch an den Spielern, zu erwachen und ihre Qualität zu zeigen. «Den Abstieg verhindern wir, da bin ich mir ganz sicher», sagt Egger. Ein weiteres Anliegen sei, wieder intensiver in die eigene Jugend zu investieren. «Man muss der Jugend wieder mehr Chancen geben, das wurde in der Vergangenheit zu wenig gemacht.»

Beim St. Galler Fussballmagazin Senf ist man in Bezug auf den neuen Mann an der Seitenlinie voller Hoffnung: «Natürlich hoffen wir, dass Contini den FCSG von den hinteren Tabellenplätzen wegbringt und wir mit dem Abstiegskampf nichts zu tun haben werden.» Wie schnell und wie stark Continis Handschrift zu spüren sein werde, müsse sich aber erst noch weisen. «Vielleicht gewinnt der FCSG ja aber endlich mal gegen Vaduz», hofft das Fussballmagazin. Seit elf Spielen wartet St. Gallen nun schon auf einen Sieg gegen die Liechtensteiner, zuletzt gab es ein 1:1.

«Wir freuen uns über den Entscheid»

«Wir freuen uns über den Entscheid»

Ein bosnisches Mädchen muss während des Unterrichts nicht auf das Tragen eines Kopftuchs verzichten. Das entschied das Bundesgericht.

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Die Schulgemeinde zog das Urteil weiter: Die Familie beim Betreten eines Gerichts in St. Gallen. (Bild: Keystone/Screenshot SRF)

 

Eine 2001 geborene, aus Bosnien stammende Schülerin darf in St. Margrethen SG mit Kopftuch zur Schule gehen. Das Bundesgericht hat eine Beschwerde der Schule St. Margrethen im Zusammenhang mit deren Kopftuchverbot abgewiesen.

Das Bundesgericht kam am Freitag in einer öffentlichen Beratung zum Schluss, dass die gesetzliche Grundlage für ein Verbot zwar vorhanden ist. Weil mit dem Verbot des Tragens eines Kopftuchs aus religiösen Gründen jedoch die Glaubens- und Gewissensfreiheit eingeschränkt wird, müssten mehrere Bedingungen erfüllt sein, damit ein Verbot zulässig wäre. In St. Margrethen ist dies nicht der Fall.

Kein öffentliches Interesse

Die Bundesrichter hielten fest, es fehle an einem öffentlichen Interesse, das ein Verbot rechtfertigen würde. So werde die für einen geregelten Schulunterricht notwendige Disziplin und Ordnung nicht gestört, wenn eine Schülerin ein Kopftuch trage.

Auch werde der religiöse Friede damit nicht gefährdet, und es finde kein Verstoss gegen das Gleichbehandlungsgebot statt. Was die Integration und Frage der Gleichstellung von Mann und Frau betrifft, so betonten die Richter, dass es eben im Sinne des Mädchens sei, den Unterricht zu besuchen, um danach eine berufliche Laufbahn einschlagen zu können.

Unterschiedliche Reaktionen

Die Föderation Islamischer Dachorganisationen der Schweiz (FIDS) begrüsste das Bundesgerichtsurteil. «Wer behauptet, das Tragen eines islamischen Kopftuchs sei kein Menschenrecht und habe nichts mit der Religion zu tun, der irrt», sagte FIDS-Sprecher Önder Günes auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda.

Die Schule St. Margrethen SG als Beschwerdeführerin sieht im Kopftuch ein Integrationshindernis. Das Bundesgericht gewichte mit seinem Urteil die individuelle Religionsfreiheit höher als das Interesse an einer erfolgreichen Integration, heisst es in einer Stellungnahme der Schule.

Der Schulrat von St. Margrethen sei nach wie vor überzeugt, dass das Tragen des islamischen Kopftuchs bereits im Kindesalter «ein Symbol für eine fundamentalistische Auslegung des Islams und damit ein Integrationshindernis» sei.

Vater des Mädchens ist erfreut

«Wir freuen uns über den Entscheid», sagt der Vater des betroffenen Mädchens, Emir T., kurz nach der Verkündigung des Urteils zu 20 Minuten. Er ist erfreut, dass der Bundesgerichtsentscheid nun seiner Tochter hochoffiziell ermöglicht, mit dem Kopftuch in die Realschule zu gehen.

SVP-Kantonsrat Mike Egger kann über das Urteil hingegen nur den Kopf schütteln: «Ich bin erstaunt über das Urteil.» Für ihn sei die Schule ein neutraler Ort, wo Kinder auch die Möglichkeit haben, in einem geschützten Rahmen sich eine eigene Meinung zu bilden. «Das Bundesgericht sieht das offenbar anders. Ich bin nach wie vor für ein Kopftuchverbot in Schulzimmern», so Egger. Zu Hause und in der Freizeit könne jeder machen was er will, aber in der Schule sollten alle gleich behandelt werden.

Der St. Galler Bildungsdirektor Stefan Kölliker (SVP) sagte zum Urteil, er sei «froh, dass diese Frage nun geklärt ist». Unter Köllikers Führung hatte der St. Galler Erziehungsrat Mitte 2010 den Schulen empfohlen, Kopftücher und andere Kopfbedeckungen im Unterricht zu verbieten.

SVP-Nationalrat sieht katastrophales Signal

Für Walter Wobmann, SVP-Nationalrat und Co-Präsident des Komitees für die Volksinitiative «Ja zum Verhüllungsverbot», ist das vom Bundesgericht ausgesandte Zeichen katastrophal. «Es zeigt, dass sich diese Leute gar nicht integrieren müssen und ein Spezialzüglein fahren dürfen», sagte Wobmann.

Für ihn sei klar: Wenn es eine Schulordnung gebe, so müsse diese von allen respektiert werden und niemand dürfe eine Kopfbedeckung tragen. Andernfalls dürften die Jungen im Sinne der Rechtsgleichheit ebenfalls mit einer «Dächlimütze» oder einem Hut den Schulunterricht verfolgen.

Wobmann wies zudem darauf hin, dass es bei der Ende September vom Egerkinger-Komitee lancierten Initiative um die Verhüllung des Kopfes gehe und nicht um die Kopfbedeckung. «Für mich ist das ein klarer Unterschied. Das Kopftuch ist eindeutig weniger schlimm als die Verhüllung des Gesichts.»

«So legen wir Schleppern das Handwerk»

«So legen wir Schleppern das Handwerk»

Laut SVP-Kantonsrat Mike Egger muss das Asylwesen neu organisiert werden. Er lanciert deshalb eine entsprechende Standesinitiative.

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Im Jungpolitiker-Rating von 20 Minuten («Über welche Jungpolitiker würden Sie gerne mehr erfahren?») stimmten die meisten Teilnehmer für Mike Egger.

 
 
 
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«Das heutige Asylwesen entfernt sich zunehmend von seinem ursprünglichen Zweck, verfolgten Personen Schutz zu gewähren», sagt SVP-Kantonsrat Mike Egger. Die Zahl der Asylgesuche nehme stetig zu und nur noch ein kleiner Teil der aufgenommen Personen in der Schweiz würden die Kriterien eines anerkannten Flüchtlings gemäss UNO-Flüchtlingskonvention erfüllen. Die Folgen seien enorme Kosten und dass die Schweiz dadurch für Auswanderungswillige aus der ganzen Welt attraktiv werde. Für ihn ist deshalb klar: «Im Asylwesen braucht es einen neuen Ansatz.»

Für die Septembersession des Kantonsrates will er deshalb zwei entsprechende Standesinitiativen einreichen.

Schleppern das Handwerk legen

Bei der ersten Standesinitiative geht es um die Handhabung der Asylgesuche. Geht es nach Egger, sollen Asylgesuche nur noch in den von Konflikten betroffenen Ländern oder in deren Nachbarländern gestellt werden und nicht mehr direkt in der Schweiz. Vertreter des Staatssekretariats für Migration sollen die Gesuche mit dem UNO-Hochkommissariat für Flüchtlinge vor Ort prüfen. «Vor Ort kann besser beurteilt werden, ob die Gesuche berechtigt sind», so Egger. Fällt der Entscheid positiv aus, dürfen sie in die Schweiz ausreisen.

Die Vorteile dieser Methode liegen laut Egger auf der Hand: «Die Schlepper können sich dann nicht mehr am Elend anderer bereichern und ihnen wird das Handwerk gelegt. Ihnen geht so nämlich die Kundschaft aus.» Weiterer Vorteil: Renitente oder bereits abgewiesene Asylbewerber kommen erst gar nicht in die Schweiz.

CVP und SP sind skeptisch

Bei CVP und SP ist man von Eggers Vorschlag wenig begeistert. CVP-Kantonsrätin Martha Storchenegger zweifelt daran, dass fernab der Schweiz ein faires Verfahren für Asylsuchende möglich ist. «Und wie wird die Sicherheit dieser Menschen in der Zeit gewährleistet, in der ihr Gesuch geprüft wird?», fragt sich Storchenegger. Sie glaubt auch nicht, dass so den Schleppern das Geschäft vermiest wird: «Wenn Menschen auf der Flucht sind, dann nehmen sie jede Chance auf eine bessere Zukunft wahr, auch die teure Hilfe von Schleppern.»

In einem Punkt gibt sie Egger allerdings recht: Auch sie sieht Handlungsbedarf, was die Asylpolitik betrifft. Die CVP will deshalb an der Septembersession eine Standesinitiative zur Änderung des Ausländergesetzes einreichen. Im Wesentlichen geht es darum, dass für eine Erteilung oder Verlängerung von Aufenthalts- und Niederlassungsbewilligungen wesentliche Integrationsbemühungen erkennbar sein müssen.

SP-Kantonsrätin Bettina Surber hält von Eggers Vorschlag gar nichts. «Ich finde es heuchlerisch, dass ausgerechnet die SVP so tut, als ob es um die Sicherheit der Flüchtlinge ginge», sagt Surber. Immerhin seien die bürgerlichen Parteien gewesen, die mit der letzten Asylgesetzrevision 2013 das Botschaftsasyl abgeschafft haben. Dieses ermöglichte Flüchtlingen, Asylgesuche in einer diplomatischen Vertretung der Schweiz einzureichen.

Laut Surber soll das Botschaftsasyl wieder eingeführt werden. Zudem müsse der Bund viel mehr Flüchtlinge über die Bewilligung von Kontingenten aufnehmen. «Den so anerkannten Flüchtlingen wird eine sichere Einreise in die Schweiz ermöglicht», so Surber. Sie hat deshalb am Montag eine einfache Anfrage an die Regierung eingereicht. In dieser will sie wissen, ob die Regierung bereit ist, sich auf Bundesebene dafür einzusetzen, dass für die Aufnahme von Flüchtlingen aus Krisenregionen grössere Kontingente bewilligt werden.

Einführung von Grenzkontrollen

In einer zweiten Standesinitiative, die Egger in der Septembersession einreicht, geht es um eine Revision des Schengener Abkommens. «Vor allem internationale Einbrecherbanden profitieren von der systematischen Abschaffung der Grenzkontrollen», so Egger. Auch würden illegale Einwanderung und Drogenhandel dadurch begünstigt. Egger setzt sich deshalb dafür ein, dass die Hürden für die vorübergehende Wiedereinführung der Grenzkontrollen gesenkt werden.

«Meine Freundin ist überhaupt kein SVP-Fan»

«Meine Freundin ist überhaupt kein SVP-Fan»

von J. Büchi - Er ist Metzger, kämpft gegen Kopftücher an Schulen und arbeitet eng mit Lukas Reimann zusammen. Nun will Mike Egger für die SVP ins Bundeshaus.

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Im Jungpolitiker-Rating von 20 Minuten («Über welche Jungpolitiker würden Sie gerne mehr erfahren?») stimmten die meisten Teilnehmer für Mike Egger.

 
 

 

 
 

Entweder hat Mike Egger eine besonders treue Fangemeinde, oder seine Politik trifft einen Nerv. Vielleicht hat auch sein Wahlvideo eine Rolle gespielt, als er das Jungpolitiker-Rating von 20 Minuten klar für sich entschied. Jedenfalls wollten viele der Umfrage-Teilnehmer mehr über den jungen Nationalratskandidaten erfahren. Wir treffen ihn an seinem Arbeitsort in Bazenheid SG.

«Entschuldigen Sie, falls ich etwas streng rieche, ich komme gerade aus dem Schlachthof», sagt Egger bei der Begrüssung gut gelaunt. Der 23-Jährige trägt die Ärmel seines Hemds hochgekrempelt, optisch könnte er ein Jungschwinger sein. Doch Egger ist gelernter Fleischfachmann, wie zuvor schon sein Vater und sein Grossvater. Nur, dass das damals noch Metzger hiess. Seit der Weiterbildung zum Technischen Kaufmann arbeitet er im Büro eines führenden Fleischproduzenten. Offizielle Berufsbezeichnung: «Newcomer Frischfleisch». Vor dem Treffen führte er gerade eine Gruppe von Lehrlingen durch den Betrieb, deshalb der Abstecher in den Schlachthof.

Kopftuchverbot gefordert

Egger ist ein Mann fürs Grobe. Mit seinen politischen Forderungen sorgt der Präsident der Jungen SVP St. Gallen immer wieder über die Kantonsgrenze hinaus für Schlagzeilen. Im Februar präsentierte er zusammen mit Lukas Reimann einen Forderungskatalog gegen den «radikalen Islam», in dem er unter anderem ein Verbot des Islamischen Zentralrats der Schweiz und ein Kopftuchverbot an Schulen verlangte. In St. Margrethen war er jüngst an der Gründung eines Komitees beteiligt, das sich für die Ausschaffung einer integrationsunwilligen bosnischen Familie einsetzt.

Seine politischen Gegner werfen ihm teilweise vor, es gehe Egger vor allem darum, Stimmung gegen Zuwanderer zu machen. Dagegen wehrt sich der Jungpolitiker vehement – er will sich nicht als Ausländerfeind verstanden wissen. In seiner Firma hätten 54 Prozent der Mitarbeiter einen Migrationshintergrund. Auch in seinem Freundeskreis gebe es mehrere Ausländer. «Ich schätze Leute, die sich integrieren und mitanpacken», betont Egger. «Wir müssen aber endlich damit aufhören, Leute aufzunehmen, die unsere Sozialsysteme ausnutzen und sich nicht an unsere Gesetze halten.» In diesen Fragen brauche es eben eine klare Linie.

Freundin «überhaupt nicht» auf SVP-Linie

Mike Egger spricht, als wäre er bereits ein alter Hase im Politgeschäft. Tatsächlich ist er in seinem zarten Alter bereits seit zehn Jahren politisch aktiv. Seit 2012 sitzt er als jüngstes Mitglied im St. Galler Kantonsrat. Besonders stolz sei er darauf, sich gemeinsam mit seiner Fraktion erfolgreich für die Einführung von Sozialhilfe-Detektiven eingesetzt zu haben, so Egger. Vor seiner Wahl hatte er bereits mit einer Hotline für Furore gesorgt, auf der Bürger Sozialhilfemissbrauch melden konnten.

Aufgewachsen ist Egger mit drei älteren Schwestern in Berneck SG. Von den vieren ist er als einziger politisch aktiv. Auch seine Freundin hat mit der SVP-Politik nichts am Hut. «Also wirklich überhaupt nichts – ich habe sie kennengelernt, weil sie mir die Meinung sagen wollte», lacht Egger. Die politischen Differenzen stellten aber kein Problem dar – mit der Freundin rede er ohnehin lieber über anderes.

Reimanns Schützling

Eggers politischer Partner heisst Lukas Reimann. Der Nationalrat begleitet den Jungpolitiker schon seine ganze politische Karriere lang. Über die Jahre wurden die beiden gute Freunde. Reimann motivierte Egger zur Kantonsratskandidatur, machte ihn zu seinem Sekretär, die beiden waren sogar schon zusammen in den Ferien. Zu Reimanns Wasserträger will Egger aber nicht degradiert werden. «Ich bin ein eigener Politiker mit eigenen Positionen.»

Der wohl grösste Unterschiede zwischen den beiden ist der berufliche Hintergrund: Reimann ist studierter Jurist, Egger sieht sich als klassischen Büezer. Spricht er über seinen Beruf, gerät er ins Schwärmen: «Metzger ist einer der abwechslungsreichsten Berufe: Vom Schlachten über das Wursten bis zum Kundenkontakt ist alles dabei.» Falls er in den Nationalrat gewählt werde, wolle er sich dafür einsetzen, dass die Berufsbildung in der Schweiz gestärkt werde. «Weiterbildungen nach der Lehre sind beispielsweise im Vergleich zu einem Studium sehr teuer, das muss sich ändern.»

Ob Egger vom sechsten Listenplatz aus eine Chance auf einen Nationalratssitz hat, ist offen. Beim Sprung nach Bern soll ihm der eingangs erwähnte Wahlkampf-Song helfen, den ein befreundeter Musiker für ihn geschrieben hat – und der es dank zahlreichen Medienberichten bereits zu einiger Bekanntheit gebracht hat. «Meine Bedingung an Sänger Dominik Baumgartner war, dass der Song nicht ganz so peinlich wird wie jener der FDP Reinach», grinst Egger.

Sie kämpft fürs Wappen

Sie kämpft fürs Wappen

 
RORSCHACHERBERG ⋅ Sie hat schon in der Schulzeit politisiert. Jetzt sitzt Tabea Rohner im Vorstand der SVP. Die 19-Jährige nimmt kein Blatt vor den Mund. Den Gemeinderat kritisiert sie in einem Punkt scharf.
 
 
 

   

Linda Müntener

Linda Müntener

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Kurz nach Mittag, es ist ruhig im Dorf. Tabea Rohner, jung, blond, blaues Kleid, sitzt vor der Rorschacherberger Mehrzweckhalle. Am Gebäude prangt das Gemeindewappen. Den Ort für den Fototermin hat sie nicht zufällig ausgewählt. Das traditionelle Gemeindewappen und sein modernes Logo-Pendant geben in der Gemeinde zu reden (Tagblatt-Ausgabe vom 19. April). Für Tabea Rohner geht es in dieser Diskussion um mehr als bloss um eine Geschmacksfrage. Für sie geht es um Identität, Tradition und Mitspracherecht. Dafür will sich die junge Frau einsetzen.

Seit gut einem Monat sitzt Tabea Rohner im Vorstand der SVP Rorschacherberg. Die Petition «Für unser Wahrzeichen am Berg» ist das Baby des Komitees und der Partei. Dieses Baby will gehegt und gepflegt werden. Argumente darlegen, Leute mobilisieren, Unterschriften sammeln. «Es läuft gut», sagt Tabea Rohner. «Wir bekommen viel Zuspruch.» Die Petitionäre fordern, dass das moderne Gemeindelogo nicht länger als Ersatz für das traditionelle Wappen dient. «Denn das Wappen steht für die Geschichte», sagt Tabea Rohner. Der Gemeinderat habe in dieser Sache über die Köpfe der Bürgerinnen und Bürger hinweg entschieden. «Das geht so nicht.»

Vom Rathaus aufs Politparkett

Die Rorschacherbergerin scheut sich nicht, ihre Meinung zu sagen. Politisiert hat sie schon während der Oberstufe, im Schülerforum. Nach der Schule hat sie eine KV-Lehre auf der Gemeindeverwaltung Rorschacherberg absolviert. Im Rathaus ist sie immer wieder mit lokalpolitischen Themen in Kontakt gekommen. Ihr Interesse daran ist mit jedem Lehrjahr gewachsen. Dann hat sie beschlossen, selber mitzumischen. Nachdem sie SVP-Kantonsrat Mike Egger kennen gelernt hat, ist sie dem Vorstand der Jungen SVP des Kantons St. Gallen beigetreten. «Weil diese Partei meine Ansichten am besten repräsentiert», sagt sie. Ihre beiden besten Freundinnen – eine stammt aus Kuba, die andere aus Slowenien – hat dieser Schritt im ersten Moment verletzt. «Sie haben das persönlich genommen», sagt Tabea Rohner. «Ich habe ihnen erklärt, dass mein SVP-Beitritt nichts mit ihnen zu tun hat.»

Ihre Ansichten vertritt die 19-Jährige nicht nur im Kollegenkreis, sondern auch zu Hause am Esstisch. Sie komme aus keiner klassischen SVP-Familie. Mit ihrer «eher links positionierten» Mutter sei sie nicht immer einer Meinung. «Ich finde es spannend, wenn wir miteinander diskutieren», sagt Tabea Rohner. Den erbitterten Kampf von Links gegen Rechts kann sie aber nicht nachvollziehen. Statt sich gegeneinander auszuspielen, sollten die Parteien ihre Energie lieber für ihre eigenen Ziele nutzen. «Letztlich wollen sie alle nur das Beste für die Bürger.» Das Beste aus Tabea Rohners Sicht ist Eigenständigkeit. Von einem EU-Beitritt der Schweiz beispielsweise hält die Rorschacherbergerin wenig. «Wieso immer alles vereinheitlichen?», fragt sie. Jedes Land, jede Gemeinde, habe eigene Wurzeln und einen eigenen Charakter. Dies müsse man erhalten.

Vor einer Kandidatur das Profil schärfen

Mit ihren beiden Vorstands- ämtern hat die 19-Jährige den Grundstein für eine Politkarriere bereits gelegt. Ambitionen auf einen Sitz im Gemeinde- oder Kantonsrat hat sie derzeit aber noch nicht. Zwar schätze sie aufstrebende Jungpolitikerinnen und Jungpolitiker, die «Vollgas geben». Für eine Kandidatur sei ihr Profil aber noch nicht genug geschärft. Vorerst will sie sich vor allem für die Interessen der jungen Generation im Dorf stark machen. Das Klischee, die Jungen würden sich immer weniger für Politik interessieren, treffe nicht zu. «Oft setzen sie ihre Prioritäten einfach anders.» Bei Themen, die sie direkt betreffen, redet auch die junge Generation gerne mit, sagt Tabea Rohner. Und dann schlägt die SVP-lerin, wie eine Profipolitikerin, den Bogen wieder zum Anliegen ihrer Partei. Das neue Logo der Gemeinde Rorschacherberg, das gefalle auch den Jungen nicht.

KONTAKT DETAILS

Mike Egger
Kantonsrat
Präsident JSVP SG
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9442 Berneck
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Natel: +41 76 502 15 55
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