SVP-Nationalrat Mike Egger und SP-Nationalrätin Samira Marti machen gemeinsame Sache. Um die Gesundheitskosten in den Griff zu bekommen, fordern sie ein Werbeverbot für Krankenkassen und einen Lohndeckel für deren Chefs.

Der Nachwuchs der beiden Polparteien bläst zur Attacke auf Krankenkassen, Pharmalobby und Ärzte. SP-Nationalrätin Samira Marti (25) und SVP-Kollege Mike Egger (27) wollen die Kostenexpansion im Gesundheitswesen stoppen. Dafür spannen die beiden jüngsten Parlamentarier in Bundesbern zusammen. Ihre Forderungen haben es in sich. So wollen Egger und Marti den Krankenkassen unter anderem ein Werbeverbot auferlegen. Der gemeinsame Vorstoss sieht zudem einen Lohndeckel für Krankenkassen-CEOs vor. Auch den teilweise horrenden Löhnen von Spitalärzten wollen sie mit der Streichung von Boni und Honoraren an den Kragen. Zudem soll der Einfluss der Lobbyisten beschnitten werden, indem nur noch eine bestimmte Anzahl von Mandatsträgern in der Gesundheitskommission erlaubt wäre.

Das Duo Egger/Marti fordert, dass der Bundesrat die Massnahmen prüft und das Sparpotenzial aufzeigt. Je nach Ergebnis wolle man die Vorschläge dann weiter vorantreiben. Egger setzt sich bewusst in die Nesseln Auf die Unterstützung der SP können die beiden jungen Politiker zählen. Viele der Forderungen hat man so oder in ähnlicher Form aus dem Mund Linker schliesslich schon gehört. Anders sieht es hingegen auf Eggers Seite aus. Der St. Galler ist sich bewusst, dass er sich mit dem Vorstoss parteiintern in die Nesseln setzt. Denn gerade bei den Bürgerlichen verdienen sich einige mit Lobby-Mandaten ein goldenes Näschen.

Egger ist das egal. «Viele Menschen wissen nicht mehr, wie sie die Prämien bezahlen sollen. Wir müssen deshalb dringend handeln», sagt er. Dass sich ausgerechnet die beiden jüngsten Nationalräte zusammenschliessen, ist aus seiner Sicht kein Zufall. «Wir stecken noch nicht in dem Filz, in dem viele andere Politiker leider drin sind», glaubt er. Das sieht Samira Marti anders. Bei der SP sei der Kampf gegen den Lobbysumpf und überrissene Managerlöhne keine Generationenfrage, betont die Baselbieterin. «Aber ich finde es super, dass auch Mike Egger das Problem erkannt hat.» Ihr Ziel sei und bleibe allerdings die Einheitskasse – also die Zusammenfassung aller privaten Krankenkassen zu einer grossen staatlichen Kasse. Und da holt sie Egger ganz bestimmt nicht mit ins Boot.