KANTONSRAT. Im Kanton St. Gallen wird es auch künftig keine Babyklappe geben. Der Kantonsrat folgte am Dienstag dem Antrag der Regierung und lehnte es mit 75 Nein zu 24 Ja ab, auf die Motion des Bernecker SVP-Kantonsrats Mike Egger vom September einzutreten.

KANTONSRAT. Im Kanton St. Gallen wird es auch künftig keine Babyklappe geben. Der Kantonsrat folgte am Dienstag dem Antrag der Regierung und lehnte es mit 75 Nein zu 24 Ja ab, auf die Motion des Bernecker SVP-Kantonsrats Mike Egger vom September einzutreten. Egger hatte zuvor argumentiert, dass sich namentlich die Babyklappe von Einsiedeln bewährt habe und dass man in den Kantonen Bern und Wallis ebenfalls eine solche einrichten möchte. «Mir geht es um das Leben des Kindes», meinte Egger, «was, wenn ein Kind auf einer Toilette ausgesetzt wird und es stirbt?»

Gegen die Einführung einer Babyklappe wehrte man sich von Seiten der CVP und der SP. Biete man eine Babyklappe an, riskiere man, dass eine Frau in einer schwierigen Lebenssituation ohne medizinische Betreuung gebäre und riskiere so das Leben sowohl der Mutter als auch des Kindes. Besser wäre die Möglichkeit einer vertraulichen Geburt im Spital. Die CVP-Fraktion will dazu eine Interpellation einreichen. Regierungsrätin Heidi Hanselmann wies darauf hin, dass eine vertrauliche Geburt im Kanton St. Gallen bereits heute in einzelnen Spitälern möglich ist und in einem Fall auch schon genutzt worden ist. (mt)