Der Neo-Nationalrat Mike Egger aus Berneck im St.Galler Rheintal soll für die SVP den freiwerdenden Ständeratssitz erobern. Das ist ein überraschender Schritt: Den Kantonsrat, der Toni Brunner im Nationalrat folgt, hatte kaum jemand auf der Rechnung.

Von Stefan Millius
Publiziert am 02. Januar 2019

Der Neo-Nationalrat Mike Egger will in den Ständerat.

Mike Egger ist 26 Jahre jung, gelernter Metzger und eine Art «Toni Brunner light»: Trotz harter Forderungen allgemein beliebt und geschätzt aufgrund seiner offenen Art – auch beim politischen Gegner.

Zu seinem Nationalratssitz kam er vor wenigen Wochen völlig unerwartet, weil sein Vorbild Toni Brunner den Sitz vorzeitig geräumt hat. Nun wird es Egger einfach haben, diesen Sitz im Herbst zu verteidigen. Denn die Ständeratskandidatur bringt zusätzliche Publizität.

Ob der Rheintaler einem politischen Schwergewicht wie Beni Würth (CVP) bei den Ständeratswahlen gefährlich werden kann, ist fraglich. Aber er dürfte sicherlich auf Augenhöhe mit der FDP-Kandidatin Susanne Vincenz-Stauffacher sein, die einen viel tieferen Bekanntheitsgrad hat als Egger, der mit 20 bereits ins Kantonsparlament gewählt wurde.

Neben den drei erwähnten schicken die Grünen Patrick Ziltener ins Rennen. Vier Kandidaten, ein Sitz: Der zweite Wahlgang ist wohl vorprogrammiert. Und dessen Resultat entscheidet über die Strategie der Parteien im zweiten Umgang.

Mike Egger ist ein untypischer Kandidat für eine Ständeratswahl. In der kleinen Kammer setzen die Parteien meist auf an Jahren und Erfahrung ältere Anwärter. Und das Gesamtfeld ist sehr männlich geprägt, zumal es um die Nachfolge einer Frau – Karin Keller-Sutter – geht. Das wird der Bonus sein, den die FDP zu spielen versuchen wird.

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