KANTONSRAT. In seltener Eintracht auf dem gleichen Kutschbock fanden sich diese Woche im Kantonsparlament in St. Gallen die Rheintaler Kantonsräte Stefan Britschgi (FDP, Diepoldsau) und Mike Egger (SVP, Berneck). Beide machten sich stark für eine bessere Ausbildung der Wirte und eine Art Lizenz zum Wirten.

Der Markt soll entscheiden

Britschgi stört sich daran, dass wegen des «Jekami im Gastrobereich» Konkurse und Abgaben-Ausfälle für Staat und Gemeinden häufiger sind als in anderen Branchen. Der Bernecker Mike Egger argumentierte vor allem mit der angeblich sinkenden Qualität in der Gastronomie durch Kiosk-, Kebab- und Fastfood-Angebote, wobei Service und Hygiene oft mangelhaft seien. Das schade der ganzen Branche. Regierungsrat Benedikt Würth argumentierte hingegen, nach der Abschaffung der Wirteprüfung vor zwanzig Jahren sollen auch in diesem Bereich der Wirtschaft der Markt und die Kundschaft entscheiden, welche Angebote bleiben und welche verschwinden.

Minimale Kenntnisse

Der Kantonsrat hat die Motion von 70 Kantonsräten (Britschgi ist einer der drei Motionäre) letztlich knapp überwiesen. Die Regierung muss jetzt dem Parlament einen Vorschlag unterbreiten, wie die Wirteausbildung verbessert werden könnte. Dabei gehe es nicht um die Wiedereinführung der vor zwanzig Jahren abgeschafften Wirteprüfung. Doch soll jemand, der einen Gastrobetrieb führen will, wenigstens minimale Kenntnisse in Arbeitsrecht, Arbeitssicherheit, Buch- und Betriebsführung, Mehrwertsteuer und Sozialversicherung nachweisen können müssen. (sc)